David Whelton

David Whelton ist ausgebildeter Pianist und Orgelspieler. Nach einer frühen Karriere im Bildungswesen schloss er sich der Yorkshire Arts Association und daraufhin dem Arts Council des Vereinigten Königreichs an, wo er für die Förderung der grössten Festivals und Symphonieorchester im Vereinigten Königreich zuständig war. Im November 1987 wurde er zum geschäftsführenden Direktor des Philharmonia Orchestra ernannt - eine Funktion, in der er bis Oktober 2016 tätig war. In Zusammenarbeit mit weltbesten Dirigenten wie Riccardo Muti, Lorin Maazel, Christoph von Dohnanyi, Esa-Pekka Salonen, Sir Charles Mackerras, Vladimir Askenazy, Kurt Sanderling, Valery Gergiev, James Levine, Charles Dutoit, Daniele Gatti, Andris Nelsons, Paavo Järvi, Yuri Temirkanov und Herbert Blomstedt kreierte er eines der lebendigsten und umfangreichsten Orchesterprogramme der Welt. David Whelton präsentierte während 29 Jahren mehr als 4600 Konzerte auf fünf Kontinenten und zahlreiche Aufnahmen, von denen viele Auszeichnungen erhielten.

Unter seiner Leitung genoss die Philharmonia eine einzigartige Stellung im Herzstück des britischen Musiklebens, in dessen Mittelpunkt orchestrale Residenzen an der Royal Festival Hall, Bedford, Leicester, Canterbury, Basingstoke und dem Three Choirs Festival gehören. David Whelton leistete mit dem Konzept der multidisziplinären Festivals, welche die Welt eroberten und zahlreiche Auszeichnungen bekamen, Pionierarbeit. Dazu gehörte zum Beispiel Clocks and Clouds: The Music of Gyorgy Ligeti und Related Rocks mit der Musik von Magnus Lindberg, welche beide von Esa-Pekka Salonen dirigiert wurden. Die letzte Reihe umfasste The City of Dreams: the music of Vienna, 1900-1935; Infernal Dance: inside the world of Bela Bartok, Woven Words: “music begins where words end” zur Feier des einhundertjährigen Jubiläums von Witold Lutoslawski; Stravinsky: Myths and Rituals, welche auch von Salonen dirigiert wurden. Namhafte weitere Konzertreihen umfassten gesamte Symphonienzyklen, die sich Edward Elgar, Ralph Vaughan Williams (einschliesslich Pilgrim’s Progress) und William Walton (darunter Gloriana) widmeten – die letzten beiden wurden von Richard Hickox dirigiert. Im Jahr 1994 dirigierte Nikolaus Harnoncourt einen bemerkenswerten Beethoven-Zyklus in London und Birmingham. Im 2008 ging die Philharmonia unter Salonens Leitung mit Bill Violas Videoproduktion von Tristan and Isolde auf Tournee, was grossen internationalen Anklang fand. Die Philharmonia feierte 2011 das hundertjährige Jubiläum von Mahler mit dem grössten, seinem Werk gewidmeten Konzertzyklus in Europa, dirigiert von Lorin Maazel.

Parallel zu dieser innovativen Programmstrategie lancierte Whelton mit Musik von jungen Komponisten die preisgekrönte Reihe Music of Today, was eine Plattform für die begabtesten Musiker ihrer Generation darstellte. Der erste künstlerische Leiter war James Macmillan, gefolgt von Julian Anderson, der wiederum 2011 durch den jetzigen künstlerischen Direktor Unsuk Chin abgelöst wurde.

Unter David Wheltons Leitung erhielt die Philharmonia ein ausgelastetes Tourneeprogramm auf der ganzen Welt aufrecht. Während den 1990er-Jahren residierte die Philharmonia im Theatre du Chatelet in Paris, wo sie einen Zyklus der Strauss-Opern aufführte. Das Philharmonia Orchestra geniesst weiterhin langjährige Beziehungen mit den führenden Konzerthallen in Europa, Nordamerika und Japan. Whelton baute eine enge Zusammenarbeit mit den Three Tenors auf, was zwei Welttourneen zum Ergebnis hatte und das Werk des Orchestra so einem grossen neuen Publikum zugänglich machte.

David Whelton war Wegbereiter im Einsatz von digitaler Technologie zur Erreichung eines neuen Publikums mithilfe von digitalen Installationen. Die jüngsten Beispiele hierfür sind RE-RITE: be the orchestra, beruhend auf Stravinskys Rite of Spring, welches in Europa und China gezeigt wurde, und Universe of Sound, basierend auf Holsts The Planets, welches im Science Museum präsentiert wurde und ungefähr 70 000 Besucher anzog. 2012 lancierte die Philharmonia in Zusammenarbeit mit Touch Press und Music Sales eine bahnbrechende App genannt The Orchestra, welche von The Daily Telegraph zur „App des Jahres“ ernannt wurde und Auszeichnungen in Asien und Nordamerika erhielt.

Im Jahr 2016 war die Philharmonia das erste Orchester, welches virtuelle Realität (VR) einsetzte, um ein neues Publikum zu erreichen. Diese Initiative erreichte den Höhepunkt in einer bahnbrechenden VR-Residenz an der Royal Festival Hall, London.

David Whelton ist Vorstandsvorsitzender des Mayfield Valley Arts Trust und des Philharmonia in Bedford Endowment Fund; Patron von Performers Together; Ehrenpräsident des Farnham Youth Choir; Leiter des International Musicians Seminar Prussia Cove; Trustee der Hattori Foundation, des Philharmonia Trust und der US Foundation sowie Mitglied der Otto Klemperer Film Foundation. Ihm wurde 2016 die allererste Auszeichnung namens Special Award von der Association of British Orchestras überreicht. David Whelton ist derzeit künstlerischer Leiter der Klosters Alpine Concerts und des Klosters Music Festivals, Schweiz, und Leiter der Three Choirs Festival Association. Vor Kurzem wurde er zum Ratsmitglied des Royal College of Music ernannt.

David Whelton ist Ehrenmitglied des Royal College of Music und Honorary Fellow der Royal Academy of Music. Ihm wurde der Orden OBE (Order of the British Empire) in The Queen's Birthday 2015 Honours List verliehen. März 2018
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